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Der menschliche Körper besteht nach Aussagen von Wissenschaftler aus circa 70 Billionen Zellen  und alleine die Anzahl der Stoffwechselvorgänge in einer einzigen Zelle soll sich auf etwa eine Million belaufen. Dies alles wird - zum Großteil unbewusst - von einem perfekten System reguliert, dem Unterbewusstsein.  

Bei dieser Komplexität wird deutlich, dass medikamentöse Intervention oftmals schwierig ist und meiner Ansicht nach sollte man fragen, warum das Unterbewusstsein diese oder jene Störung als Krankheitssymptom hervorbringt.

Im Laufe der Jahre - nicht zuletzt durch Einblicke, die der britische Therapeut Malcolm S. Southwood mir gegeben hat - erkannte ich, dass die Symptome häufig kausal erklärbar sind. Die Lösung besteht meist darin, dass man die Symptome als körpersprachlichen Ausdruck des Unterbewusstseins interpretiert.

Als Grundursache identifiziere ich vor allem emotionale Traumen, die der betreffenden Person nicht bewusst sind und die häufig im Alter von 0-3 Jahren angelegt wurden. Grundsätzlich würde man nun wohl davon ausgehen, dass es auch mittels Psychotherapie unmöglich wäre, sich an dieses Alter zurück zu erinnern. In einer Art meditativem Bewusstseinzustand ist dies jedoch vergleichsweise leicht möglich und die Betroffenen können erkennen, was die Ursache für ein bestimmtes Krankheitssymptom oder auch für eine bestimmte Verhaltensweise ist. In der Regel spielen hierbei Emotionen wie Schuldgefühle, Wut, Angst oder auch Liebesentzug im Rahmen der Erziehung eine überaus grosse Rolle. Mit der nötigen Einsicht ist es während einer Behandlung meist leicht möglich, sich in die Eltern hineinzuversetzten und zu erkennen, dass bestimmte Verhaltensweisen nicht gegen das Kind gerichtet waren, sondern unglücklicherweise oder versehentlich passiert sind.

Der Einblick in diese Zusammenhänge erlaubt es dem Patienten anschliessend, diese unterdrückten Emotionen freizusetzen und das Unterbewusstsein sieht deshalb keine Notwendigkeit mehr, ein bestimmtes Krankheitssymptom hervorzubringen. Für gewöhnlich entstehen die Krankheitssymptome erst, wenn die Person ein zweites Mal mit einer Situation konfrontiert wird, welche das zugrundliegende Trauma erneut aufruft. Dies ist beispielsweise die Geburt eines Kindes oder der Tod eines geliebten Menschen, kann aber auch eine Alltagssituation sein, die auf der logischen Verstandesebene dagegen bewusst als nicht bedrohlich eingestuft wird. 
Ein gutes Beispiel sind Allergien, von denen bekannt ist, dass genau erst der Zweitkontakt die Allergiesymptome hervorbringt. Sofern Psychotherapie eingesetzt wird, konzentriert sich diese normalerweise auf Ereignisse rund um den Ausbruch der Allergiesymptomatik (Zweitkontakt). 
Will man jedoch die wahre Ursache der Allergie auflösen, muss man die Situation rund um den Erstkontakt mit der Substanz erreichen.  Für gewöhnlich findet man hier eine als traumatisch erlebte Situation in den ersten Lebensjahren.

Die Aufarbeitung dieser Traumen trägt in aller Regel auch dazu bei, eventuell bestehende (unerklärbare) Dissonanzen innerhalb der Familie beizulegen. Recht häufig helfe ich Menschen auch dabei, innere Konflikte die sie woanders im Rahmen eines Familienstellens (nach Bert Hellinger) erkannt haben, vollständig aufzulösen. Im Normalfall umfasst diese Art der Traumatherapie bei mir lediglich eine Therapiesitzung. "Klassische" Gesprächstherapie über viele Stunden hinweg wird deshalb oft nicht erforderlich sein.

Einige konkrete Fallbeispiele finden sich in dem von mir übersetzten Buch "Liebe Deine Kinder auf Ihre Weise", welches unter Buchempfehlungen aufgelistet ist.  

Für mich ist geradezu erschreckend, was für Störungen und Krankheitssymptome das Unterbewusstsein hervorbringen kann, um die Konfrontation mit einem vergangenen Trauma zu verhindern, während es uns eigentlich nur beschützen will.

 



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